Zusammenarbeit – neu gedacht
Wie ein gemeinsam erarbeitetes Handbuch zur Zusammenarbeit Mitarbeitende dabei unterstützt, flexibel zusammenzuarbeiten und sich aktiv einzubringen.
Das Praxisbeispiel in Kürze
Problem
Hoher Workload und grosse Verantwortung bei der Geschäftsleitung führten zu mangelnder Flexibilität und Veränderungsbedarf.
Die Geschäftsleitung trug einen Grossteil der Verantwortung für Entscheidungen und Aufgabenteilung. Dadurch war sie stark eingebunden und musste praktisch jederzeit verfügbar sein. Gleichzeitig verhinderte dies Eigenverantwortung und Identifikation bei den Mitarbeitenden. Es fehlte an Transparenz in Arbeitsprozessen und an klarer Kommunikation im Team. Insgesamt entstand so ein hoher Druck auf die Leitung und eine unzureichende Einbindung der Mitarbeitenden.
Lösung
Ein Handbuch zur Zusammenarbeit schaffte mit klaren Regelungen Orientierung zu Werten, Abläufen und Zuständigkeiten. Es wird gemeinsam bei Bedarf ergänzt und weiterentwickelt.
Die Lösung war die Einführung eines Handbuchs zur Zusammenarbeit, das zentrale Aspekte der Zusammenarbeit regelt: Gemeinsame Ziele, Arbeitszeit, Zuständigkeiten, Pausen und Absenzen. Es kombiniert die Struktur eines Gesamtarbeitsvertrags mit kulturellen Leitlinien zur Zusammenarbeit. Das Handbuch wird Schritt für Schritt anhand von Rückmeldungen der Mitarbeitenden erweitert, sodass es praxisnah bleibt. Es war entscheidend, dass das Handbuch im Betrieb selbst mit Feedback von Mitarbeitenden entwickelt wurde.
Nutzen
Das Handbuch zur Zusammenarbeit schaffte Orientierung und Transparenz. Es verbindet klare Regeln mit gemeinsamen Werten und fördert Verantwortungsübernahme.
Mitarbeitende fühlen sich nun stärker eingebunden, übernehmen mehr Verantwortung und identifizieren sich intensiver mit Projekten der Firma. Die Geschäftsleitung wird entlastet, Aufgaben werden konsequenter abgeschlossen.
Über seerow gmbh
Seit 2014 begleitet die Digitalagentur seerow Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Websites, Onlineshops, Web- und App-Lösungen. Das Angebot umfasst die nutzerfreundliche und nachhaltige Gestaltung sowie Weiterentwicklung digitaler Produkte – inklusive UX/UI‑Design, Markenentwicklung, technischer Umsetzung, Suchmaschinenoptimierung (SEO), Barrierefreiheit (Accessibility) und strategischer Beratung.
seerow beschäftigt rund 8 Mitarbeitende und legt Wert auf einen freundschaftlichen Umgang im Team. Technischer und kultureller Fortschritt, sowie dynamische, flexible und kompetente Arbeit prägen die Agentur.

Wenn alle ins Boot geholt, statt vor Tatsachen gestellt werden, kommen die besten Lösungen heraus.
Konkrete Umsetzung
Einführung
Initiierung durch die Geschäftsleitung
Die Geschäftsleitung hat die Erstellung des Handbuchs zur Zusammenarbeit angestossen und zunächst grundlegende Regelungen festgelegt, um eine erste Basis für die gemeinsame Arbeit zu schaffen. Ziel war es, ein Nachschlagewerk zu entwickeln, das Orientierung gibt, den Arbeitsalltag erleichtert und die Firmenkultur stärkt.
Zentrale Prinzipien festlegen
Bevor die Inhalte erarbeitet wurden, einigte man sich auf zwei Leitprinzipien für den Umgang mit dem Handbuch:
- Vorwärtsoptimierung: Herausforderungen und Rückschläge werden nicht als Fehlschläge gewertet, sondern als Chancen gesehen, die Zusammenarbeit und die Inhalte des Handbuchs zu verbessern.
- Kontinuierliche Weiterentwicklung: Das Handbuch soll kein starres Dokument sein, sondern ein lebendiger Prozess. Es wird gestützt auf Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag und auf neuen Erkenntnissen aus der Praxis laufend weiterentwickelt. Durch regelmässigen Austausch, etwa in kurzen Feedbackrunden und gemeinsamen Rückblicken, wird die Zusammenarbeit reflektiert und das Handbuch gezielt angepasst, damit es praxisnah und aktuell bleibt.
Zentrale Inhalte festlegen
Um eine gemeinsame Arbeitsbasis zu schaffen, wurde im Handbuch klare Grundsätze und Erwartungen für das tägliche Miteinander festgelegt:
- Fürsorgepflichten der Firma
- Gemeinsame Ziele
- Haltung gegenüber Geschäftspartnern
- Einbringen von Wissen und Fähigkeiten
- Verantwortung für Arbeitspakete
- Unterstützung bei Zeitdruck
- Arbeitszeitregelung (Erfassung, Gleitzeit) und Arbeitsort (Homeoffice, ortsunabhängiges Arbeiten)
- Anspruch auf bezahlte Ferien, Eingabefristen
Im Handbuch wurden auch digitale Hilfsmittel festgelegt: Zum Beispiel wird Paymo für die Zeiterfassung, Notion für die Ferienplanung und Dokumentation sowie Slack für Kommunikation und für Teamrituale wie Sprints, Feedbackschlaufen eingesetzt.

Im Handbuch wird beispielsweise festgehalten, wie Aufgaben strukturiert in zweiwöchigen Arbeitszyklen (Sprints) umgesetzt werden und wie Fachwissen sowie gegenseitige Unterstützung zur erfolgreichen Zusammenarbeit beitragen.
Integration im Tagesgeschäft
Schon bei der Einführung wurde das Handbuch partizipativ erarbeitet: Die Geschäftsleitung erstellte eine erste Fassung, Mitarbeitende konnten dann ihre Erfahrungen und Ideen einbringen. Das sorgt nicht nur für klare und transparente Abläufe, sondern verändert auch den Umgang miteinander: Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, und flexible Lösungen finden leichter ihren Weg in den Alltag. Zwei Beispiele:
- Beispiel 1: Die Firma hat eine 4-Tage-Woche eingeführt. Im Handbuch wurde genau festgehalten, wie Arbeitszeiten verteilt werden und wie der freie Tag geregelt ist. Dadurch ist für alle – auch neue Mitarbeitende – jederzeit klar, was gilt. Gleichzeitig ist das Handbuch bewusst flexibel und erlaubt Anpassungen. Für einen Mitarbeiter führte die 4-Tage-Woche aufgrund von familiären Verpflichtungen zu Stress. Deshalb konnte der betroffene Mitarbeiter wieder auf fünf Arbeitstage wechseln.
- Beispiel 2: Durch die offene, partizipative Zusammenarbeit hat sich auch das Thema Feedback verändert. Die Mitarbeitenden können selbst entscheiden, ob sie Feedback lieber im Gespräch oder schriftlich geben möchten.
Darüber hinaus fördert das Handbuch die kritische Reflexion: Die Mitarbeitenden haben die Möglichkeit regelmässig zu prüfen, ob die Zusammenarbeit gut funktioniert, und bei Bedarf die Regeln anzupassen. Werden Hindernisse erkannt, sucht man gemeinsam nach Lösungen.
So bleibt das Handbuch ein lebendiges Werkzeug, das kontinuierlich wächst und die Firma unterstützt, wirksame Massnahmen und konstruktive Zusammenarbeit im Alltag dauerhaft und für alle verbindlich umzusetzen.
Rückschläge gehören dazu – wichtig ist, kontinuierlich kleine Schritte vorwärtszugehen, statt Perfektionismus anzustreben.
Transparenz und klare Regeln schaffen die Basis, damit auch Mitarbeitende mit Teilzeitpensum Verantwortung übernehmen können.
Argumente:
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1Gute Zusammenarbeit hängt mit weniger emotionaler Erschöpfung und besserer Gesundheit der Mitarbeitenden zusammen.Becker, S., Konrad, A., Zimmermann, L., Müller, C., Tomczyk, S., Reichler, L., & Körner, M. (2018). Einfluss von Teamarbeit auf Wohlbefinden und emotionale Erschöpfung von Mitarbeitern in der medizinischen Rehabilitation. Das Gesundheitswesen, 57(03), 270-277. https://doi.org/10.1055/s-0042-108581
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2Positive Zusammenarbeit fördert Innovation, Leistung und kollektives Vertrauen in die Fähigkeiten des Teams.Trippel, C. (2012). Selbstwirksamkeit von selbststeuernden Teams und ihren unmittelbaren Vorgesetzten: Zusammenhänge mit Konflikten, Zusammenarbeit, Führung und Leistung. Högl, M., & Gemünden, H. G. (1999). Determinanten und Wirkungen der Teamarbeit in innovativen Projekten: Eine theoretische und empirische Analyse. In Innovation und Absatz (pp. 35-62). Wiesbaden: Gabler Verlag.